Barnaul

Barnaul (russisch Барнау́л) ist die Hauptstadt der russischen Region Altai im Süden Westsibiriens mit 612.401 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).

Die Stadt befindet sich 200 km südöstlich von Nowosibirsk und 280 km von der Grenze zu Kasachstan. Sie liegt am westsibirischen Hauptfluss Ob am Ostrand der Barabasteppe in sandiger Gegend.

In Barnaul herrscht kontinentales Klima mit sehr kalten Wintern und warmen Sommern.

Die Stadt Barnaul ist Verwaltungszentrum und größte Stadt der Region Altai, die mit der Abspaltung der Republik Altai mit der Hauptstadt Gorno-Altaisk rund ein Drittel ihres Gebietes abgab.

Barnaul ist eine der ältesten Städte Westsibiriens. Sie wurde 1730 als Kosakenfort gegründet und ist seit 1771 Stadt. Bis 1867 war sie neben Jekaterinburg die zweite offizielle Bergbaustadt Russlands.

Seit 1727 wurden Verbrecher und politische Gefangene nach Sibirien verbannt, woraufhin sich die Bevölkerungszahl schnell erhöhte und viele billige Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Aus diesem Grund errichtete die Industriellendynastie Demidow (Akinfi Demidow, 1678–1745) 1730 eine Kupferschmelze an der Mündung der Barnaulka in den Ob, um die herum sich eine Stadt entwickelte. Die Kupferschmelze befand sich in der Nähe des Flusses, was den Transport der Maschinen und den Abtransport des Kupfers erleichterte. Zudem war die Nähe zum Wald, und damit zum Brennstoff Holz, ideal. Die weiten Transportwege von den Kupferbergwerken zu den weiterverarbeitenden Kupferschmelzen wurden dadurch erheblich verkürzt und die Kosten gesenkt. Somit entstand das erste industrielle Zentrum Sibiriens.

Einige Jahre später wurden Silbererze im Altai gefunden. Eine erste Schmelze und Schmiede für Silber wurde in Barnaul errichtet. Sie existierten von 1744 bis 1893. In diesem Zeitraum wurden pro Jahr ca. 7,4 Tonnen Silber gefördert, die gesamte Region förderte 90 % des Silbers ganz Russlands. Am 1. Mai 1747 erließ die Zarin Elisabeth Petrowna ein Dekret zur Enteignung der Industrie Barnauls und übernahm die Stadt als Zentrum des Silbers in Staatshand.

Im Jahr 1753 kam es zur Gründung einer kleinen Bergbauschule, deren Abschluss zum Besuch der höheren Bergbau-Fachschule in Sankt Petersburg berechtigte. Diese Zusammenlegung von Ausbildung und Arbeitsort führte zum weiteren Wachstum Barnauls.

Ab 1771 war Barnaul die zweite offizielle Bergbaustadt Russlands, die damit verbundenen Privilegien, wie z. B. das Recht zur eigenen Geldemission, beeinflussten stark die durch umfangreiche Industrieansiedlung gekennzeichnete Entwicklung der Stadt. 1779 wurde eine höhere Fachschule für Bergbau, wie sie in St. Petersburg bestand, als logische Weiterentwicklung gegründet.

Das erste meteorologische Observatorium Sibiriens wurde 1838 in Barnaul erbaut.

In den Folgejahren erlangte der Grenzhandel mit der Mongolei nach dem 1902 abgeschlossenen Ausbau des Tschujska-Traktes als befahrbarer Handelsstraße über den Kamm des Altaigebirges in Barnaul immer mehr Bedeutung und wurde ein wichtiger Handelszweig. Die Anbindung an das Eisenbahnnetz 1915 war für Barnaul die Öffnung zu größeren Einfluss- und Handelsgebieten in Sibirien. Die Transsibirische Eisenbahn verläuft jedoch 200 Kilometer nördlich in Nowosibirsk.

1917 kam es zu einem Großbrand in Barnaul, der die Stadt zu großen Teilen vernichtete. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde Barnaul nach dem Prinzip der Gartenstadt neu gestaltet, was den heutigen Charakter der Stadt unübersehbar prägt.

Im Rahmen der stalinistischen Industrialisierung wurde die Transsibirische Eisenbahn mit Inbetriebnahme der Turksib 1934 weiter ausgebaut, wodurch Barnaul seine Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt der Region erlangte.

Anmerkung: 1897 und seit 1939 Volkszählungsdaten

Das kulturelle Leben in Barnaul findet hauptsächlich in Theatern, von denen es fünf in Barnaul gibt, und in der örtlichen Philharmonie statt. Die drei Museen der Stadt geben den historischen Part der Bildung ergänzend zu den für Russland typischen Kulturhäusern oder -zentren, von denen Barnaul 12 vorweisen kann, ab.

In Barnaul leben viele Russlanddeutsche. Daher wurde mit deutscher Hilfe in Barnaul auch ein Russisch-Deutsches Haus errichtet, das als Kulturzentrum fungiert. Ferner betreibt das Goethe-Institut in Barnaul ein Sprachlernzentrum, das Deutsch-Kurse anbietet.

Die Region Altai ist in den Kreisen Halbstadt (russ. Galbschtadt) und Slawgorod eines der bedeutenden Siedlungsgebiete der Russlanddeutschen, deren Geschichte auf die Verschleppung Deutscher aus ganz Westrussland in die Region um Barnaul auf Stalins Befehl zurückgeht, ebenso wie auf die Siedlungspolitik von Katharina der Großen, die zur Zeit ihrer Regentschaft Menschen aus Deutschland anwarb. Dort leben heute 69.000 Menschen deutscher Abstammung (Stand: 2004). Für sie wurde 1991 ein „Autonomer Bezirk der Deutschen“ (russisch: Nemezki nazionalny rajon) mit dem Verwaltungszentrum Halbstadt (russisch: Galbschtadt) eingerichtet.

Erwähnenswert sind auch die großen Sportstadien, Schwimmbäder und besonders der Sportkomplex „Ob“, in dem regelmäßig große Sportereignisse stattfinden.

In Barnaul beschäftigen mehr als 100 Industriebetriebe ca. 120.000 Menschen, womit die Stadt das industrielle Zentrum der Region darstellt. Hier werden Produkte wie Diesel, Reifen, Maschinen zur Metallbearbeitung (Schmelzöfen, Drehbänke, …), synthetische Fasern, Dampfkessel, technisches Karbon, Bohrmaschinen, Munition, Wollkleidung, Möbel, Schuhe, Diamanten usw. hergestellt bzw. weiterverarbeitet.

In den 30 Bibliotheken befinden sich momentan mehr als 1.200.000 Bücher, obwohl Barnaul nicht zu den Bildungszentren der Größenordnung Nowosibirsks gerechnet werden kann. Trotzdem stellt Barnaul mit mehr als 10 Weiterbildungseinrichtungen (Hochschulen, Volkshochschulen etc.) mit ca. 22.000 Studenten durchaus das Zentrum für Bildung in seiner Region dar.

Technische Universität Iwan Polsunow

Agraruniversität Barnaul

Staatliche Akademie für Künste und Kultur des Altaigebiets

Im Fußball ist die Stadt durch den Verein Dynamo Barnaul vertreten.

Stadtkreise: Aleisk | Barnaul | Belokuricha | Bijsk | Jarowoje | Nowoaltaisk | Rubzowsk | Sarinsk | Sibirski | Slawgorod

Rajons: Aleiski | Altaiski | Bajewski | Bijski | Blagoweschtschenski | Burlinski | Bystroistokski | Chabarski | Deutscher Nationalrajon | Jegorjewski | Jelzowski | Kalmanski | Kamenski | Kljutschewski | Kossichinski | Krasnogorski | Krasnoschtschokowski | Krutichinski | Kulundinski | Kurjinski | Kytmanowski | Loktewski | Mamontowski | Michailowski | Nowitschichinski | Pankruschichinski | Pawlowski | Perwomaiski | Petropawlowski | Pospelichinski | Rebrichinski | Rodinski | Romanowski | Rubzowski | Salessowski | Sarinski | Sawjalowski | Schelabolichinski | Schipunowski | Smeinogorski | Smolenski | Soloneschenski | Soltonski | Sonalny | Sowetski | Sujetski | Tabunski | Talmenski | Tjumenzewski | Togulski | Toptschichinski | Tretjakowski | Troizki | Tscharyschski | Uglowski | Ust-Kalmanski | Ust-Pristanski | Woltschichinski | Zelinny

Verwaltungszentrum: Barnaul

AleiskS/R | BarnaulS | BelokurichaS | BijskS/R | GornjakR | JarowojeS | Kamen am ObR | NowoaltaiskS/R | RubzowskS/R | SarinskS/R | SlawgorodS | SmeinogorskR

BlagoweschtschenkaR | Juschny | Malinowoje Osero | SibirskiS/G | Stepnoje Osero | TalmenkaR

Altaiskoje | Bajewo | Burla | Bystry Istok | Chabary | Halbstadt | Jelzowka | Kalmanka | Kljutschi | Kossicha | Krasnogorskoje | Krasnoschtschokowo | Kruticha | Kulunda | Kurja | Kytmanowo | Mamontowo | Michailowskoje | Nowitschicha | Nowojegorjewskoje | Pankruschicha | Pawlowsk | Petropawlowskoje | Pospelicha | Rebricha | Rodino | Romanowo | Salessowo | Sawjalowo | Schelabolicha | Schipunowo | Smolenskoje | Soloneschnoje | Solton | Sonalnoje | Sowetskoje | Staroaleiskoje | Tabuny | Tjumenzewo | Togul | Toptschicha | Troizkoje | Tscharyschskoje | Uglowskoje | Ust-Kalmanka | Ust-Tscharyschskaja Pristan | Werch-Sujetka | Woltschicha | Zelinnoje

Liste der Städte in der Region Altai | Verwaltungsgliederung der Region Altai

Anmerkungen: S – Sitz eines Stadtkreises, R – Verwaltungszentrum eines Rajons, G – Geschlossenes administrativ-territoriales Gebilde (SATO)

Willows Nunatak

Willows Nunatak (Coordinates: ) is a nunatak standing 1 nautical mile (1.9 km) inland from the south shore of Wood Bay on the coast of Victoria Land, rising above the col between Cape Washington and Mount Melbourne. Mapped by United States Geological Survey (USGS) from surveys and U.S. Navy air photos, 1955-63. Named by Advisory Committee on Antarctic Names (US-ACAN) for A.O. Dennis Willows, biologist at McMurdo Station, summer 1965-66.

 This article incorporates public domain material from the United States Geological Survey document „Willows Nunatak“ (content from the Geographic Names Information System).

Pomponius Mela

Pomponius Mela (død ca. 45 e.Kr.), som var virksom som forfatter på 40-tallet, var den tidligste romerske geograf og kartograf. Han var født på ukjent dato i Tingentera (dagens Algeciras) i sørlige Spania.

Hans korte verk De situ orbis libri III tar mindre enn hundre sider i vanlig skriftstørrelse. Den er lakonisk i stilen og utilstrekkelig i metoden, men er i ren latin, og tidvis levendegjort av tiltalende ordbilder. Med unntak for de geografiske delene av Plinius den eldres Naturalis Historia (hvor Mala er sitert som en betydningsfull autoritet) er De situ orbis den eneste formelle avhandling på emnet i klassisk latin.

Lite er kjent om forfatteren med unntak av hans navn og fødested, — den lille byen Tingentera (eller Cingentera) i sørlige Spania ved Algecirasbukten. Datoen for da han skrev kan bli tilnærmet fastsatt ved hans hentydninger til en foreslått militær ekspedisjon til Britannia av den regjerende keiser som ganske sikkert var Claudius i år 43 e.Kr. At dette avsnittet ikke kan referere til Julius Cæsar er åpenbart ved flere referanser til hendelser fra Augustus‘ styre, særlig til bestemte nye navn som ble gitt spanske byer. Mela har blitt forsøksvis identifisert, men uten større sannsynlighet, til en viss L. Annaeus Mela fra Córdoba i Spania, sønn av retorikeren Seneca den eldre, og da bror av filosofen Seneca den yngre.

Navnet Pomponius kan tyde på at han var fra en kjent romersk plebeierslekt, som blant annet Ciceros venn Pomponius Atticus tilhørte, tilsvarende også med tragedieforfatteren Publius Pomponius Secundus. Flere navn nevnes av Publius Cornelius Tacitus‘ Annalene.

Det generelle synet i De situ orbis er i hovedsakelig enig med synet til greske forfattere fra Eratosthenes til Strabon. Sistnevnte var antagelig ukjent for Mela. Men Pomponius Mela er selv i særstilling blant antikkens geografer ved at, etter å ha oppdelt jorden i fem soner, hvor kun to var bebodde, forsikret eksistensen av Antichthones, det vil sin antikkens geografi de folk som bor antipode (gresk for anti «motsatt» og pous «fot», et hvert punkt på Jorden har sitt antipodepunkt), det vil si at det bodde mennesker i de sørlige temperert soner utilgjengelig for folk i den nordlige temperert soner ved den utålelige varmen fra mellomliggende solstekte beltet. Ved inndelinger og grensene i Europa, Asia og Afrika, gjentar han Eratosthenes; som alle antikke geografer fra Aleksander den stores tid (unntatt Klaudios Ptolemaios) anså han at Det kaspiske hav var innløpet til det nordlige hav, samsvarende med Persiabukten og Rødehavet i sør.

Melas oppfatning av India er dårligere enn flere tidligere greske skribenter. Han følger Eratosthenes i å anta at landet utgjør den sørøstlige vinkelen av Asia, hvorfra kysten strekker seg nordover til Skytia og deretter farer vestover til Det kaspiske hav. Som andre plasserer han «de rhipaenske fjellene» og «hyperboreerne» i nærheten av «det skytiske hav».

For vestlige Europa var hans kunnskap en del bedre enn de greske skribentene. Han definerte den vestlige kystlinjen av Spania og Gallia og dens innsnitt ved Biscayabukten mer nøyaktig enn Eratosthenes eller Strabon. Hans oppfatning av De britiske øyer og deres posisjon er mer klart enn hans forgjengere. Han er den første som navngir Orcades (Orknøyene) som han definerer og lokaliserer ganske nøyaktig. For nordlige Europa er hans kunnskap mangelfull, men han skriver om en stor bukt, Codanus sinus, nord for Tyskland, og blant de mange øyer var en, Codanovia, av en viss størrelse. Dette navnet opptrer også i Plinius den eldres verk om Skandinavia. Codanovia og Scatinavia var begge latinske gjengivelser av urgermanske *Skaðinawio, det germanske navnet for Skandinavia.

Melas beskrivende metode er eiendommelig og besværlig. Istedenfor å behandle hvert kontinent hver for seg begynner han med Gibraltarstredet og beskriver landene tilstøtende til sørkysten av Middelhavet, deretter forflytter han seg rundt Syria og Lilleasia til Svartehavet, og går så tilbake til Spania langs den nordlige kysten av Euxine (Svartehavet), Propontis (Marmarahavet) og videre. Etter å ha behandlet øyene i Middelhavet, forflytter han seg til havets kyststrøk — til vest, nord, øst, og sør etter hverandre — fra Spania og Gallia rundt til India, fra India til Persia, Arabia og Etiopia, og arbeider seg deretter tilbake til Spania rundt Afrika. Som de fleste antikke geografer oppfatter han dette kontinentet som omgitt av havet og ikke strekker seg særlig langt sørover.

Den første utgivelsen av Mela ble utgitt i Milano i 1471; den første gode utgaven var ved Vadianus (Basel, 1522), avløst av de til Voss (1658), Johann Gronovius (1685 og 1696), A, Gronovius (1722 og 1728), og Tzschucke (1806–1807) i flere deler (Leipzig; den meste forklarende av dem alle); G. Paithey (Berlin, 1867), gir den beste teksten. Den engelske oversettelsen av Arthur Golding (1585) er kjent; se også E. H. Bunburys Ancient Geography, ii. s. 352-368, og D. Detlefsens Quellen und Forschungen zur alten Gesch. und Geog. (1908). Den eneste nyere engelske oversettelsen er av F. E. Romer, opprinnelig utgitt i 1998.

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