William Benning Webb

William Benning Webb (* 17. September 1825 in Washington D.C.; † 13. März 1896 ebenda) war ein US-amerikanischer Kommunalpolitiker. Zwischen 1886 und 1889 war er als Präsident des Board of Commissioners Bürgermeister der Bundeshauptstadt Washington.
William Webb absolvierte das Columbian College, die spätere George Washington University. Nach einem anschließenden Jurastudium und seiner 1857 erfolgten Zulassung als Rechtsanwalt begann er in Washington in diesem Beruf zu arbeiten. Nachdem im Jahr 1861 die Polizeistruktur der Bundeshauptstadt reformiert worden war, wurde Webb vom damaligen Bürgermeister Richard Wallach zum Polizeichef ernannt. Dieses Amt bekleidete er zwischen 1861 und 1865. In dieser Eigenschaft war er auch an der Fahndung nach dem Attentäter auf Präsident Abraham Lincoln beteiligt. Noch im Jahr 1865 gab er das Amt des Polizeichefs wieder auf, um wieder als privater Rechtsanwalt zu praktizieren.
Die politische Parteizugehörigkeit Webbs ist nicht überliefert. Im Jahr 1885 wurde er Mitglied des aus drei Personen bestehenden Gremiums Board of Commissioners, das die Stadt Washington regierte. Innerhalb dieser Gruppe wurde er im Jahr 1886 zum Vorsitzenden bestimmt. In dieser Eigenschaft übte er faktisch das Amt des Bürgermeisters aus, auch wenn dieser Titel zwischen 1871 und 1975 offiziell nicht benutzt wurde. Diesen Posten bekleidete er zwischen 1886 und 1889. Nach dem Ende seiner Zeit als Leiter des Board of Commissioners von Washington ist er nicht mehr in einem öffentlichen Amt in Erscheinung getreten. William Webb starb am 13. März 1896 in seiner Heimatstadt Washington.

Manningtree

Manningtree ist eine kleine Stadt in der englischen Grafschaft Essex im District Tendring. Der Ort liegt 12 km nordöstlich von Colchester und 75 km südlich von Norwich. Er grenzt direkt an Mistley.

Siedlungen konnten an dem Ort zurück bis in die römische Zeit nachgewiesen werden. Textlich erwähnt wird Manningtree erstmals im Jahre 1202. Der Ursprung des Namens ist ungeklärt, geht aber vermutlich auf die simple Ortsbeschreibung „many trees“ („viele Bäume“) zurück. Im Jahre 1238 erhielt Manningtree den Status einer Marktstadt.
Eine kurze Erwähnung findet es darüber hinaus in dem Drama Heinrich IV., Teil 1 von William Shakespeare, in welchem von „roasted Manningtree ox“ („gerösteter Manningtree-Ochse“) die Rede ist, was wohl auf die mittelalterliche Tradition zurückgeht, dort beim jährlichen Volksfest einen ganzen Ochsen am Stück zu rösten. Eine Darstellung der Szene befindet sich heute auf einer Häuserwand im Stadtzentrum. Manningtree war zudem ab 1640 eine bedeutende Wirkungsstätte von Matthew Hopkins, einem selbsternannten Inquisitor, dessen Gräueltaten in dem Film Der Hexenjäger dargestellt wurden.
Das Stadtbild ist maßgeblich geprägt von georgianischer Architektur, was auf eine Blütezeit des Ortes zwischen 1720 und 1840 hindeutet. Zurückzuführen ist diese vermutlich darauf, dass die Bewohner im 18. Jahrhundert das 90 km entfernte London über den Seeweg mit Nahrungsmitteln versorgten. Bei der Flutkatastrophe von 1953 wurde auch Manningtree schwer getroffen, was in der Folge zum Bau einer großen Schutzmauer führte.
Manningtree bietet neben einem weitläufigen Strand, von welchem aus man die Küstenlinie von Suffolk betrachten kann, eine für ausländische Touristen interessante Mischung britischer Architektur, bestehend aus Cottages und georgianischen Gebäuden. Besonders hervorzuheben sind auch die zahlreichen kleinen, typisch englischen Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe. Zudem gibt es ein Museum, ein kleines Theater (Manifest Theatre) und zwei Galerien (Cooper’s Gallery und North House Gallery). Um die Stadt herum verlaufen einige gut ausgebaute und beschilderte Wanderwege, sowohl im Landesinneren als auch entlang der Küste.
Des Weiteren erreicht man von Manningtree aus in kurzer Zeit die Orte Colchester, Ipswich und Felixstowe. Über die Manningtree railway station ist die Stadt direkt mit einem der Londoner Hauptbahnhöfe, dem Bahnhof Liverpool Street, verbunden; die Fahrzeit beträgt eine Stunde.

Jacou

Jacou (okzitanisch: Jacon) ist eine französische Gemeinde mit 6121 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2013) im Département Hérault in der Region Languedoc-Roussillon. Sie gehört zum Arrondissement Montpellier und ist Teil des Kantons Castries. Die Einwohner werden Jacoumards genannt.

Jacou liegt etwa fünf Kilometer nordnordöstlich von Montpellier. Umgeben wird Jacou von den Nachbargemeinden Teyran im Norden, Le Crès im Osten, Castelnau-le-Lez im Süden und Clapiers im Westen.
860 wird der Ort erstmals urkundlich als Jocon erwähnt. 1144 wird die Petruskirche in der Cartulaire de Maguelone verzeichnet.
Mit der portugiesischen Gemeinde Sernancelhe besteht eine Partnerschaft.
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Österbybruk

Österbybruk ist eine Ortschaft (tätort) in der schwedischen Gemeinde Östhammar in der Provinz Uppsala län. Der Ort hat 2.272 Einwohner (Stand: Ende 2010).

Der Herrenhof Österbybruk gehörte im 15. Jahrhundert der Dynastie Wasa und war eine Nebenresidenz zum Schloss Örbyhus. Unter Gustav I. Wasa wurden hier mit deutscher Hilfe Eisenwerke zur Versorgung der Armee aufgebaut. Der niederländische Kaufmann Louis De Geer, der schon an anderen schwedischen Orten in die Eisenherstellung investiert hatte, kaufte im 17. Jahrhundert die Anlagen in Österbybruk zusammen mit den Werken Lövstabruk und Gimo und baute sie weiter aus. Die in dieser Zeit errichtete Schmiede ist noch fast vollständig im Originalzustand erhalten. 1927 wurden die Anlagen vom Stahlkonzern Fagersta Bruks AB (Hauptsitz: Fagersta) übernommen. 1983 erfolgte die umfassende Stilllegung der Eisenherstellung in Österbybruk. Es existiert nur noch eine Eisengießerei (Österby Gjuteri AB), die den traditionellen Stempel zur Kennzeichnung der Eisenerzeugnisse aus Österbybruk benutzt.
Jedes Jahr im Juni treffen sich im Bereich des Herrenhofes die Musikgruppen des Landes, die sich auf die Nyckelharpa (ein für Schweden typisches Streichinstrument) spezialisiert haben. Im August folgt jährlich das Feuerfest (Eldfesten) im Bereich des Freibades mit Musik im Fackelschein, Feuerwerk, Lichtshows und weiteren Attraktionen.
Zwei größere Landstraßen (290 und 292) verbinden Österbybruk mit den Hauptorten der Umgebung. Eine schmalspurige Eisenbahnlinie vom Bergwerk Dannemora zum Hafen Hargshamn an der Ostsee führt durch die Ortschaft. Der Personentransport, und damit der Halt im Bahnhof Österbybruk, wurde um 1960 eingestellt. In den 1970er Jahren erfolgte der Umbau der Strecke zur Normalspur, die dann in geringem Umfang genutzt wurde. 2008 wurde die Strecke modernisiert. Seit 2012 wird in Dannemora wieder Erz abgebaut, das über Hargshamm verschifft wird.
Alte Schmiede
Herrenhof
Glockenturm
Reste eines Schornsteins
Kulturhaus (Folkets hus)
Industrieanlagen
Tätorter: Alunda | Dannemora | Gimo | Hargshamn | Norrskedika | Öregrund | Österbybruk | Östhammar | Skoby
Småorter: Ekeby | Film | Forsmark | Gräsö | Harg | Hökhuvud | Klev | Lundsvedja | Söderboda

Jacques-Napoléon Faure-Biguet

Jacques-Napoléon Faure-Biguet (* 1. Oktober 1893 in Paris; † 18. Juli 1954 in Le Vésinet) war ein französischer Journalist, Schriftsteller und Übersetzer. Besonders bekannt wurde er mit seinen unter dem Pseudonym Jacques Decrest verfassten Kriminalromanen.

Faure-Biguet, geboren im Pariser IX. Arrondissement, besuchte ab 1905 das Lycée Janson de Sailly. Dort begann der Elfjährige eine lebenslange Freundschaft mit dem anderthalb Jahre jüngeren Mitschüler und Schriftstellerkollegen Henry de Montherlant, über den Faure-Biguet später zwei biografische Werke verfasste (Montherlant, homme de la Renaissance, 1925, und Les enfances de Montherlant, 1941).
Später arbeitete Faure-Biguet als Journalist, unter anderem 20 Jahre als Literaturredakteur des (1939 eingestellten) L’Écho de Paris. Zwischen 1924 und 1948 verfasste er eine Anzahl von Biografien, sowohl über Schriftsteller wie Arthur de Gobineau und Maurice Barrès (der zu Faure-Biguets 1916 erschienenem einzigen Gedichtband Poèmes 1914-1915 das Vorwort geschrieben hatte) als auch über zeitgenössische Staatsmänner wie König Alexander von Jugoslawien und den Général Leclerc. Gleichzeitig schrieb er auch einige Romane wie La Fiancée morte (1925), Les Prisonniers d’Amour (1926) und Le Prisonnier des Mers (1927).
1933 veröffentlichte er schließlich unter dem Pseudonym „Jacques Decrest“ in Gaston Gallimards Verlag N.R.F. (heute als Éditions Gallimard bekannt) seinen ersten Kriminalroman, Hasard. Ähnlich wie der drei Jahre zuvor von Georges Simenon erfundene Kommissar Jules Maigret war auch Kommissar Gilles, der Protagonist dieses und der folgenden Kriminalromane Faure-Biguets, ein eher eleganter, kultivierter und zutiefst menschenfreundlicher Charakter, der sich dadurch vom hardboiled detective angloamerikanischer Prägung abhob. Faure-Biguets Romanreihe „Les enquêtes de Monsieur Gilles“ wuchs bis zu seinem Tod auf fast 20 Bände an, darunter 1949 der gemeinsam mit seiner Frau Germaine geschriebene Fumées sans feu (Der Schatten Clémentine), für den die beiden 1951 den Grand prix de littérature policière erhielten.
Im Sommer 1954 erlitt Faure-Biguet im Alter von 60 Jahren beim sonntäglichen Ballspiel mit seinem Sohn Gilles und einem von dessen Schulfreunden einen Herzinfarkt und starb im Garten seines Hauses. Sein letzter, bei seinem Tod noch nicht beendeter Kommissar-Gilles-Roman (Les complices de l’aube) wurde von Thomas Narcejac fertiggestellt.
Die Bibliografie basiert im Wesentlichen auf der von Francis Lacassin.